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17.01.2002 - 02.03.2002, Karlsruhe
expecting rain
Wir freuen uns, Kalin Lindena mit ihrer ersten Einzelausstellung in unserer Galerie präsentieren zu können. Ein Großteil ihrer Arbeit entwickelt sich in Wand-und Papierzeichnungen, oft kombiniert mit Aquarell- und Sprühfarbe, sowie skulpturalen Objekten. Ihre vielschichtigen und rhizomartigen Darstellungen integrieren Symbole bereits existierender Orientierungssysteme in ein psychogrammatisches Bezugssystem, dass von Kalin Lindenas Zeit als Graffitisprayerin, dem Interesse an Musik und ihren sozialen Verflechtungen beeinflußt ist. Eine weitere Rolle spielen die gegensätzlichen Aspekte der Zeit, Dauer und Vergänglichkeit. Einerseits existieren die Wandarbeiten nur für die Dauer der jeweiligen Ausstellung, andererseits werden einige Motive und materielle Fragmente in neue Ausstellungskontexte übernommen. Auf diese Weise erreichen ihre Arbeiten nie den Zustand "fertig zu sein", sondern bilden immer Einzelfragmente eines Ganzen, das sich prozessartig durch das gesamte Werk von Kalin Lindena zusammenfügt.
Der Titel der Ausstellung in unserer Galerie, Exepecting Rain, ist ursprünglich ein Textsegment von Bob Dylans Song "Desolation Row" und knüpft an die vorangegangene Ausstellung im Kunstverein Braunschweig an, deren Titel "4th Time Around" einen anderen Song Bob Dylans bezeichnet. Im Hauptraum unserer Galerie, benutzt Kalin Lindena die Glasscheiben der dreiteiligen Fensterfront als neues Trägermedium für ihre Zeichnungen, während der eigentliche Ausstellungsraum bis auf eine Marmorskulptur leer bleibt. Diese Marmorskulptur zeigt die dreidimensionale Umsetzung eines Graffiti-Signet, das Kalin Lindena 1998 für einen Freund entworfen hat und jetzt bezeichnenderweise wieder in Zusammenarbeit mit einem Freund, Frank Daniels, entstanden ist. Die Zeichnungen auf Glas verbinden graffitiähnliche Schriftzüge von Textsegmenten aus Musikstücken mit Motiven und Formen landschaftlichen Ursprungs, die zeitweise auf die Idee von Zeichnung als wissenschaftliche Forschung anspielen. Je nach Betrachterstandpunkt überlagern sich die komplexen Darstellungen mit der Leere des Innenraums oder den äußeren Ereignissen vor der Galerie, wobei unklar bleibt, von welcher Seite sich ein Ein-, bzw. Ausblick der Arbeit eröffnet.
(IK)
