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11.03.2000 - 15.04.2000, Karlsruhe
Die Malerei von Corinne Wasmuht entwickelt sich unter dem Dualismus von strengem konzeptuellem Bildaufbau einerseits und dem malerischen Prozeß andererseits.
Für ihre Bildideen sammelt Corinne Wasmuht Bilder aus Alltag, Wissenschaft und Kunst, um daraus ein neues Ganzes zu formen. Dabei entstehen zumeist bühnenhafte Inszenierungen, mit Verweisen auf zeitgenössische Zusammenhänge. Bei dem Bild „Astronauten“ , das im Mittelpunkt der Ausstellung in unserer Galerie stehen wird, handelt es sich beispielsweise um einen Blick in eine Grotte. In dieser Grotte befinden sich Kristalle, die sowohl vom Boden heraufwachsen, als auch von der Decke herabhängen, in denen schwebende Astronauten eingeschlossen sind wie Insekten in Bernstein. Die Metapher der Grotte verweist wie auch in anderen aktuellen zeitgenössischen Positionen auf das Schaffen einer eigenen fiktionalen Welt. Verstärkt wird diese Intention durch die Größe der Bildformate. Die Motive werden zu einem physischen Gegenüber und behaupten sich in der Wirklichkeit, in die sie gesetzt werden.
Die Farbe schließlich markiert den Übergang von der Bildfindung zur Malerei, womit der zweite Strang innerhalb der Arbeit von Corinne Wasmuht angedeutet ist. Die Bilder entstehen in lasierender Ölmalerei auf sorgfältig grundierten Holzplatten. Die Ölfarbe wird in vielen Schichten übereinander aufgetragen. Die Leuchtkraft der Farben wird so verstärkt und läßt die Bilder wie von hinten beleuchtet erscheinen. Im Gegensatz zur Subjektivität der Bildwelten in der Malerei von Corinne Wasmuht steht der kontrollierte Farbauftrag, der keinerlei Duktus aufweist.
Ich will, daß die Bilder aus sich heraus leuchten. Die Farben leuchten am besten durch Lasieren, und die Liniengitter verstärken das. Jetzt sage ich etwas, das schwer zu erklären ist, eher mein Gefühl, als ein festes Konzept: Wenn ein Lebewesen stirbt, entweicht Farbe. Die Pflanze, die stirbt, wird braun. Wenn der Mensch stirbt wird er wächsern. Die Körperhülle allein ist also das Farblose, das was übrigbleibt, das Diesseits. Für mich ist die Farbe das Jenseits. Also ist das Leben das Jenseits im Diesseits, und für mich persönlich ist die Farbe das Leben. (...) Das Jenseits, dieses von hinten beleuchtete Bunte, vom Kirchenfenster über den Fernseher bis zum Computermonitor lieben wir so, weil darin die Farbe materielos als lebendig erscheint. (Corinne Wasmuht im Gespräch mit Matthias Winzen)
