2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 2000, 1999, 1998, 1997

 

29.05.2010 - 17.07.2010, Karlsruhe

Jonathan Monk

...so different, so appealing?

 

Wir freuen uns, mit „...so different, so appealing?“ die sechste Einzelausstellung des britischen Künstlers Jonathan Monk in unseren Karlsruher Galerieräumen präsentieren zu dürfen.

Jonathan Monks künstlerische Arbeit entsteht aus der Betrachtung und Veränderung bereits bestehender Gestaltungskonzepte: Ausdrucksformen der Pop-Art, Minimal-Art und Konzeptkunst erscheinen gleichsam als Strategie und Parodie in seinen Bildern, Collagen, Objekten, Installationen und Filmen. Im Prozess des Zitierens und zeitgleichem Abwandeln des Zitierten, changieren Monks Arbeiten zwischen Erinnerung, Vorstellung und konkretem Zustand. Der Künstler schreibt dabei der einzelnen Arbeit eine eigene Zeitlichkeit zu, deren Gültigkeit er gleichsam – oftmals auf humorvolle Weise – in Frage stellt.

In seiner aktuellen Ausstellung zeigt Jonathan Monk vierzehn verschiedene Elektrogeräte, die alle dem Bereich des Home-Entertainment entstammen. Aktivboxen, Flachbildschirm, iPod, Radiowecker oder eine interaktive Computerspiel-Konsole – die hier von Monk ausgewählten, neuen wie auch funktionstüchtigen Marken-Geräte zeigen einen Querschnitt durch die Produktpalette, wie sie aktuell im Elektro-Fachhandel angeboten wird. Der Künstler unterläuft jedoch deren Benutzbarkeit, indem er die einzelnen Geräte je in einem auf ihre Größe abgestimmten Plexiglas-Schaukasten präsentiert – und damit zugleich als Objekt konserviert.

Mit dem Ausstellen von Konsumgütern nimmt Jonathan Monk einen direkten Bezug zu frühen Arbeiten des Künstlers Jeff Koons: In den Werkserien „Pre-New“ sowie „The New“ hatte Koons zu Beginn der 1980er Jahre Küchen- und Haushaltsgeräte – darunter vorwiegend Staubsauger – zum Teil in Schaukästen und auf Leuchtstoffröhren als eine Interpretation des Readymades präsentiert. Die dem Objekt zugeschriebene Benutzbarkeit durch die Unterbindung von Berührung in dessen reine Sichtbarkeit zu verkehren, rückt so vor allem das Zeigen und die Betrachtung selbst – als eine Form des Voyeurismus – in den Vordergrund von Koons Werkserien.

Während Jeff Koons dort gleichsam den Fokus auf die Visualität des spezifischen Objekts und dessen symbolhafte Formensprache richtet, ist es für Jonathan Monk viel mehr die Abkehr von einem ans Objekt gebundenen Blick. Im Einschließen, ja nahezu nostalgischen Archivieren eines aktuellen Gebrauchsgegenstandes, unterminiert der Künstler dessen Aktualität. Monk führt dem Betrachter im Prozess des Zurücksetzens dieser Produkte viel mehr deren vergängliche, endliche, wenn nicht sogar austauschbare Substanz vor, die angesichts einer stets von Neuartigkeit geprägten Produktentwicklung und Konsumhaltung das Erscheinungsbild derartiger Geräte definiert.

Die Auseinandersetzung mit neuen Lebensformen der Konsumgesellschaft, und einhergehend damit die Frage nach aktueller Wahrnehmung im Vergleich zu historischer, bildet so auch Rückbezüge zu Bildsujets der frühen Pop-Art. Den erstmals von Richard Hamilton 1956 in einer Collage ausgeführten Gedanken „Just what is it, that makes today’s homes so different, so appealing“ führt Jonathan Monk im Ausstellen der neuesten Home-Entertainment-Produkte fort – und unterstreicht diesen Gedanken mit dem Zitat „...so different, so appealing“, das schließlich als Betitelung der Schau diese eigens in eine Art Rahmen einfasst und kontextualisiert.

Christina Irrgang

 

1 von 26, zurück - weiter

 

Jonathan Monk
Installation view


Jonathan Monk
Installation view
"...so different, so appealing?", 2010, Karlsruhe