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01.06.2012 - 21.07.2012, Karlsruhe
Wir freuen uns, die zweite Einzelausstellung des Künstlers Waldemar Zimbelmann in unserer Karlsruher Galerie präsentieren zu dürfen. Waldemar Zimbelmanns Bilder bewegen sich zwischen Malerei und Zeichnung, wobei das Zeichnerische in der Formfindung seiner Bilder grundlegend ist. Ausgehend von persönlichen oder fremden fotografischen Vorlagen, entwickelt der Künstler eine subtile, sensible Bildsprache, die ihren Gegenstand in einer Überschneidung aus Figuration und Abstraktion hervorbringt. Zimbelmanns Bilder entstehen aus einem Prozess des Übermalens, der sich in seinen Sujets als das Passieren einer Situation spiegelt.
Die oftmals nur angedeutete Silhouette von Menschen, Tieren, Häusern oder Landschaft mündet in Zimbelmanns Bildern in ein Zerfließen von Form, Körper, Zeit und Raum, aus dem sich seine surrealen Narrationen bruchstückhaft herausschälen. Einzel- oder Gruppenportraits von Personen, die eine stumme (Inter-)Aktion vollziehen, bestehen in seinen Bildräumen als aufscheinende und verblassende Figuren, deren Körper einen Wechsel zwischen Verortung und Verwurzelung zum Gegenstand machen.
Die Textur des Bildes und der plastische Farbauftrag ist für Zimbelmanns Bildgestaltungsverfahren entscheidend: Aus verschiedenen Farbschichtungen, die sich aus dem Vorgang des Übermalens herausbilden, entsteht eine Überlagerung von Farbe hin zu Farbebenen, aus denen der Künstler seine Bildmotive im Freilegen dieser Schichten herausschält. Die mitunter als Sgraffito ausgeführten Linien bestehen dabei als feine zeichnerische, nahezu holzschnittartige Schraffur, die einem kräftigen, zum Teil flächig aufgetragenen Kolorit gegenüber stehen und so eine Vibration in Zimbelmanns Bildräumen transportieren.
In seinen neuen Arbeiten richtet der Künstler den Fokus auf das Portrait, das er vor allem in Kleinformaten ausführt. Zimbelmanns Bilder zeigen Figuren, allein oder als Paar auftretend, die in oder vor Häusern vor einer Tür, einem Fenster oder vor Treppen posieren: Sie deuten Momente des Ein- und Ausblicks an, aber auch Schnittstellen, die zwischen einem räumlichen und seelischen Innen und Außen vermitteln. Bildelemente wie Pfütze, Spiegel oder Schatten knüpfen hieran an und erscheinen nahezu als Erweiterung der Körper der Bildakteure, die ihren wortlosen, doch ausdrucksstarken Blick allein, oder – die Malereien in Folge betrachtet – im Kollektiv an ihren Betrachter richten.
Christina Irrgang
