2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 2000, 1999, 1998, 1997
19.11.1999 - 23.12.1999, Karlsruhe
Richard Hoeck
The Additional Bedroom
Für seine Ausstellung in unserer Galerie hat Richard Hoeck ein Projekt entwickelt, bei dem es sich um einen Vorschlag handelt, ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert in der Nähe von Wien durch ein zusätzliches Raumangebot zu erweitern. Bei dem Anwesen handelt es sich um eine frühbarocke Anlage eingebunden in die landschaftlichen Gegebenheiten, teils privat, teils halböffentlich für temporäres Wohnen genutzt. An einer erhabenen Stelle des Grundstücks soll der "Additional Bedroom" dem Anwesen als zeitgenössischer Beitrag hinzugefügt werden.
Das Projekt begründet sich in der Entwicklung einer autonomen Struktur, die auf verschiedene Befindlichkeiten eingeht; unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Privatheit zu Öffentlichkeit ist der "Additional Bedroom" eine Hinzufügung im Raum auf einer konzeptuellen Ebene. So gesehen umfaßt er neben dem Bereich der Naturerfahurngen, in dem der hinzugefügte Raum die landschaftlichen Gegebenheiten "einrahmt" auch den Bereich der Interaktion und der sozialen Gemeinschaft in dem er sich zwischen den Polen "Gast" und "Gastgeber" bewegt. Der Gast selbst ist sowohl Teil der sozialen Struktur als auch Beobachter des Geschehens vor Ort. In diesem Sinne ist es eine Architekturvorstellung begründet auf sozialen Beziehungen und dem Potential von Raum und dem Verhalten im Raum. Zugleich ist "The Additional Bedroom" im Kunstkontext der neunziger Jahre zu sehen, in dem es Funktionalität und Dienstleistung negiert.
Das Projekt wird über mehrere Etappen entwickelt. Die Ausstellung in unserer Galerie ist die Präsentation der ersten Phase einer konzeptuellen Annäherung an das Projekt. Dabei stehen ein Diagramm für zukünftige Nutzungen, Proben für Wände sowie ein dreidimensionales Objekt im Mittelpunkt der Ausstellung. Die zweite Station des "Additional Bedrooms" wird im Januar 2000 in Chalon in der Ausstellung XnOO, kuratiert von Lionel Bovier, präsentiert. Das Projekt wird architektonisch begleitet durch Roland Tusch und koordiniert durch JRP, Genève.
