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23.06.2006 - 29.07.2006, Karlsruhe

Mario Garcia Torres

Paradoxically, It Doesn't Seem That Far From Here / What Happens In Halifax Stays In Halifax (In 36 Slides)

 

Meyer Riegger freut sich, die erste Einzelausstellung von Mario Garcia Torres’ Arbeiten in der Galerie zu präsentieren. Die Ausstellung, die aus zwei separaten Installationen besteht, thematisiert das Überdenken von Geschichten um Künstler der jüngeren Vergangenheit.

„Paradoxically, It Doesn’t Seem That Far From Here“ ist eine Gruppe von Arbeiten, welche summiert eine Film-Behandlung ergibt, oder der Anfang dessen, welches ein Skript mit Bezug zu Kabul, und Alighiero Boettis „One Hotel“ in jener Stadt sein könnte, und die Unmöglichkeit, die sozialen und politischen Zustände in jenen Breitengraden nachzuvollziehen und zu repräsentieren, als auch auf diese zu reagieren. Bestehend aus kurzen Notizen, die theoretisch vom Künstler an Boetti gefaxt wurden, einigen spekulativen Filmrequisiten und einer aktualisierten Neuauflage von einer Arbeit des italienischen Künstlers, das nun von der neuen Situation, von der der Künstler nie wusste kontaminiert ist, erzählt „Paradoxically“ die Geschichte von der Suche des Künstlers nach dem Standort des zerstörten „One Hotel“ beim Herumwandern in Kabul Ende 2001.

Dem potentiellen Skript entlang befindet sich Today (Latest News from Kabul), eine Wandarbeit nach Alighiero Boetti, bei der anstelle des Entstehungsdatums der Arbeit die neuesten Nachrichten aus jener Stadt simultan mit rechter und linker Hand geschrieben wurden. Bei jeder erneuten Ausstellung des Stücks wird sich die Komposition des Texts in Abhängigkeit von den aktuellen Nachrichten verändern. Ein dunkles Mobile mit einem langen Titel kann als Ansicht über die moderne Denkweise gesehen werden, und wie diese in verschieden Zeiten einen Einfluss auf die Verwestlichung des Lebens in Kabul ausgeübt hat. „The Kabul Golf Club: Open in 1967, Relocated in 1973, Closed in 1978, Reopen around 1993, Closed Again in 1996, and Reopen in 2004“ zeigt sich als einer der klarsten Illustrationen des Westlichen Einflusses und als ein Kampf während den letzten Jahrzehnten, den es impliziert.


„What Happens in Halifax Stays in Halifax (In 36 Slides)“ ist der Bericht über den Abschluss einer Untersuchung über eine geheime Arbeit die der Konzeptkünstler Robert Barry der Projekt Klasse des Nova Scotia College of Art and Design in 1969 vorschlug. Erzählt durch eine Serie von Schwarz-Weiss Dias, dreht sich die Geschichte hauptsächlich um die Studenten, die sich an der Arbeit beteiligten und ihre Ansichten aus heutiger Perspektive. In 2005 organisierte Mario Garcia Torres ein Klassentreffen in Halifax, wo die Arbeit entstand. Die Studenten – die sich über 30 Jahre nicht gesehen hatten – und der damalige Dozent David Askevold trafen sich dort, um die Örtlichkeiten zu besuchen, welche der Klasse wichtig waren, und um die Hypothese, dass diese Arbeit von Barry noch existiere, zu untersuchen, da einzige Prämisse der Arbeit gewesen war, dass wenn die Geheimhaltungspflicht über die beschlossene Idee durch die Studentengruppe nicht eingehalten würde, diese nicht mehr eine Künstlerische Arbeit konstituieren würde. In Garcia Torres’ Präsentation werden die Konzeptionen von Erinnerung, Treue, und Kulturelle Imagination diskutiert.

Mario Garcia Torres Arbeiten behandeln das Überdenken der Geschichte, und präziser, erregen sie Aufmerksamkeit für kleinere historische Narrationen, bei welchen der Künstler ihren Status und Wert überdenkt. Hauptsächlich umgeben von Künstlermythen der vergangenen Jahrzehnte, wird in Garcia Torres Arbeit die Politik der Erinnerung revidiert, während die Poetik des Verschwindens entdeckt wird.

 

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Mario Garcia Torres
Share-e-Nau Wonderings (A Film Treatment), 2006
19 sheets of thermo paper
26.7 x 21 cm each


Mario Garcia Torres
Share-e-Nau Wonderings (A Film Treatment), 2006
19 sheets of thermo paper
26.7 x 21 cm each